Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht. (1. Mose 8,22)
Wir pflügen und wir streuen / den Samen auf das Land,
doch Wachstum und Gedeihen / steht in des Himmels Hand;
der tut mit leisem Wehen / sich mild und heimlich auf
und träuft, wenn heim wir gehen, / Wuchs und Gedeihen drauf.
Alle gute Gabe kommt her von Gott, dem Herrn,
drum dankt ihm, dankt, drum dankt ihm, dankt, und hofft auf ihn.
Er sendet Tau und Regen / und Sonn' und Mondenschein
und wickelt seinen Segen / gar zart und künstlich ein
und bringt ihn dann behende / in unser Feld und Brot;
es geht durch uns're Hände, / kommt aber her von Gott.
Was nah' ist und was ferne, / von Gott kommt alles her,
der Strohhalm und die Sterne, / das Sandkorn und das Meer.
Von ihm sind Büsch und Blätter / und Korn und Obst, von ihm
das schöne Frühlingswetter / und Schnee und Ungestüm.
Er lässt die Sonn' aufgehen, / er stellt des Mondes Lauf;
er lässt die Winde wehen / und tut die Wolken auf.
Er schenkt uns so viel Freude, / er macht uns frisch und rot;
er gibt dem Vieh die Weide / und seinen Menschen Brot.
Alle gute Gabe kommt her von Gott, dem Herrn,
drum dankt ihm, dankt, drum dankt ihm, dankt, und hofft auf ihn.
Matthias Claudius (1740 – 1815)